The Nature Island: Dominica

Der Tag wollte nicht enden: erst nach 21 Uhr hob unser kleiner Hüpfer von Guadeloupe zu dem 20minütigen Flug nach Dominica ab. Der Flughafen liegt im einsamen Nordosten an einer der wenigen flachen Stellen der eigentlich gar nicht so großen Insel. Nach Roseau führt ein Weg von einer Stunde über eine Serpentinenstraße diagonal über die Insel. Große Busse gibt es nicht, dafür sind die Straßen gar nicht ausgelegt. So reiste unser Gepäck in einem zweiten Kleinbus mit zwei älteren Damen am Steuer, denen wir ehrlich gesagt kaum die Strecke zutrauten. Wer Roseau als Ziel hat, sollte seine Reise möglichst so planen, dass die Fähre ab Martinique oder Guadeloupe genutzt werden kann (ausgerechnet an unseren Reisetagen fuhr die Fähre jedoch nicht). Die Überfahrt dauert dann weniger als 3 Stunden.

Als wir kurz nach Mitternacht das "Fort Young Hotel" - angeblich das beste Hotel der Stadt - erreichten, wartete dort ein kalter englischer Snack (Pommes mit Sandwich und ein künstlich-süßlicher Softdrink) auf uns. Immerhin die Zimmer waren geräumig und komfortabel mit großem Balkon.


Der mittelmäßige erste Eindruck des Hotels besserte sich beim morgendlichen Ausblick vom Balkon. Jeden Tag erblickten wir ein anderes Kreuzfahrtschiff, das direkt neben dem Hotel an einem kleinen Steg anlegte.

 

Wenn dieses Hotel als das beste der Stadt gilt, möchte ich nicht wissen wie der Service der übrigen Unterkünfte ist! Bei uns haben die Kellner direkt neben unserem Tisch diskutiert, wer denn nun dafür zuständig sei uns die Getränke zu servieren, wer das Essen aufträgt, usw. Anstatt dass EIN geschulter Kellner sich um uns gekümmert hätte, wuselten fünf sichtlich überforderte um uns herum. 

 

Ein paar Erlebnisse habe ich im Blog niedergeschrieben.

 

Später erklärte unser Reiseleiter: Bei diesem Lohnniveau sei es kein Wunder, dass viele unmotiviert sind. Und leider gibt es auf der Insel kein Ausbildungssystem bzw. die wenigsten Chefs investieren wirklich in ihre Belegschaft. Im Gegenteil: für Fortbildungen, z.B. Sprachkurse, werden den Angestellten die Kosten vom Gehalt abgezogen!

Den Sinn und Zweck eines einfachen Briefings fünf Minuten vor Schichtbeginn bzw. ein paar Stunden richtiges Einarbeiten hat der Hotelmanager anscheinend leider nicht verstanden.

 

Ich möchte nicht den Service auf der gesamten Insel verteufeln; einzelne positive Ausnahmen haben wir zum Glück noch kennenlernen dürfen.

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Der erste Tag auf Dominica begann mit der Besichtigung des "Tamarind Tree" Hotels, das von einem Deutschen geführt wird. Im eigenen Restaurant werden viele Produkte der Region oder sogar des eigenen idyllischen Gartens - zum Beispiel des Tamarind Trees - zubereitet. Der Blick über die Küste war einfach traumhaft!

Auf dem Weg dorthin sahen wir einige Schönheiten der Insel - jedoch auch die Folgen von Misswirtschaft und Hurricanes...

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Der nächste Stopp war für die meisten von uns eine Premiere: der Besuch einer Hotelbaustelle, hier des "Kempinskis" im Nordwesten der Insel, direkt neben dem Cabrits Nationalparks. Von der Hotelanlage aus soll nach ihrer Fertigstellung eine Strandpromenade bis zum auf einer Halbinsel liegenden Nationalpark führen, damit die Gäste bequem einen Spaziergang durch die nahe liegende Natur machen können.

Es war hochinteressant den Ausführungen des Baustellenleiters zu folgen und dabei der Fantasie freien Lauf zu lassen wie wohl das ganze in ein paar Monaten aussehen wird.

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Nur wenige Minuten entfernt spazierten wir über das Gelände des Fort Shirley im Cabrits Nationalpark, von wo wir einen grandiosen Blick über die Bucht von Portsmouth hatten.

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Wer kennt sie nicht, die spannenden Filme von "Fluch der Karibik"? Hautnah eintauchen duften wir bei der Besichtigung der "Picard Beach Cottages", einer Bungalowanlage, die extra für die Schauspieler gebaut wurde. Jedes der kleinen Häuschen trägt den Namen der Berühmtheit, die darin während der Dreharbeiten gewohnt hat.

 

Das pure Dschungelerlebnis bot die gemütliche Fahrt auf dem Indian River zu den original Schauplätzen der Filme. Um die Ruhe und die Geräusche der wilden Natur besser in sich aufnehmen zu können, wird - bis auf die letzten Meter vor der Flussmündung - ohne Motor gefahren.

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Einige Gäste der AIDA, die an dem Morgen in Roseau angelegt hatte, haben wir am Emerald Pool in der Mitte der Insel getroffen. Der schmale Wasserfall stürzt dort in einen natürlichen Pool, dessen erfrischendes und glasklares Wasser wir gerne zum Baden nutzten.

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Die einzigen noch lebenden Ureinwohner der Karibik leben auf der Ostseite Dominicas, die Kalinago. Auf einem Spaziergang durch das Dorf inklusive traditioneller Tanzvorführung erfuhren wir viel über die Geschichte des Landes und besonders dieses einzigartigen Volkes.

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Das Mittagessen nahmen wir an der "Pagua Bay" im gleichnamigen kleinen Hotel ein. Wer eine komfortable Unterkunft und dennoch Ruhe und Einsamkeit schätzt, ist hier richtig.

 

Die Rückfahrt quer über die Insel zog sich gefühlt ewig hin. Eigentlich hatte keiner von uns mehr Lust das Hotel zu verlassen, doch immerhin war das Essen im "Sunset Bay Club", etwa eine halbe Stunde nördlich von Roseau, ziemlich lecker.

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An unserem letzten kompletten Tag hatten wir einen (von drei auf der ganzen Insel arbeitenden) deutschsprachigen Guide zur Verfügung. Endlich bekamen wir einen tieferen Einblick in das Leben der Insulaner, über Hintergründe, Politik und Wirtschaft.

Der Guide selbst arbeitet zusammengerechnet nur etwa 2-3 Monate im Jahr für Geld. Den Rest seiner Zeit verbringt er damit seinen Garten zu bestellen und seinen Nachbarn zu helfen. Durch ein ständiges Geben und Nehmen mangelt es keinem zumindest an Lebensmitteln. Wie seine Altersvorsorge aussehe? Er wird einen Bungalow am Strand erwerben und an Touristen vermieten, das genügt.

 

Nach einer Fahrt durch den Botanischen Garten von Roseau (ja, dort kann man mit dem Auto durchfahren) zeigte uns der Guide seine Lieblingsplätze auf der Südhälfte der Insel. Vom Freshwater Lake sahen wir dank dichten Nebels rein gar nichts, jedoch bot sich hier das interessante Schauspiel komplett unterschiedlichen Wetters nur wenige Kilometer und Höhenmeter weiter: Die überwältigenden Trafalgar Falls konnten wir nämlich einwandfrei sehen. Dankbar für den neu erbauten Unterstand flohen wir vor dem tropischen Regenschauer. Im Besucherzentrum konnten wir auf vorher-nachher-Bildern die Macht des letzten Hurrikans erkennen - bzw. der darauf hin folgenden Wasser- und Schlammmassen. Zuvor waren die Wasserfälle und vor allem die kleine heiße Quelle am linken Rand nämlich hinter dichtem Dschungelgewächs verborgen.

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Da wir unseren Aufenthalt am Freshwater Lake stark gekürzt hatten, organisierte unser Guide kurzerhand den Besuch eines privaten Botanischen Gartens in Wotten Waven. Für ein Bad in den von heißen Quellen gespeisten Becken reichte die Zeit zwar leider nicht, doch die vielfältige Bepflanzung war für eine Gartenliebhaberin wie mich eine tolle Alternative. Ebenfalls in Watten Waven genossen wir unser Mittagessen. Währenddessen wunderten wir uns über lautes Gekeife und Zetern im Gebäude gegenüber, immer mal wieder unterbrochen von recht schönen Gesängen. Aha, ein karibischer Gottesdienst. Es hätte dem Lärm nach auch eine Teufelsaustreibung sein können.

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Als ein Vorzeigeobjekt in Sachen Ökologie, sozialem Engagement und All inclusive auf höchstem Niveau zeigten sich die "Jungle Bay Eco Villas". Von Hurrikans und Wirbelstürmen wurde die ursprüngliche Hotelanlage an der Südostküste komplett zerstört. Da der Besitzer jedoch ohnehin vorhatte zu expandieren, tat er dies an einem neuen, geschützteren Ort: Soufrière im Südwesten. In atemberaubender Lage oberhalb des Ortes werden derzeit Dutzende Bungalows erbaut, die Eröffnung ist für Juni 2019 geplant. All inclusive bedeutet hier nicht nur, dass Essen und Trinken im Preis enthalten sind, sondern auch tägliches Yoga, Ausflüge und eine Massagebehandlung!

Ein paar Wochen nach der Heimkehr erzählte mir eine Firmenkundin, dass sie bereits die alten "Jungle Bay Eco Villas" kenne und sie ist überzeugt: "Wenn wieder Karibik, dann nur dorthin!"

Es werden Bewohner der Umgebung angestellt und richtig ausgebildet, egal was sie zuvor gemacht haben. Jeder findet dort eine Aufgabe und die Herzlichkeit und offensichtliche Freude an der Arbeit sind auch meiner Kundin sehr in Erinnerung geblieben.

Eine eigentlich traurige Tatsache: Am Liebsten werden Frauen eingestellt, denn damit werden zwei bis drei Familien ernährt. Bei Männern kann man sich leider nicht so sicher sein...

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Die folgende Nacht war extrem kurz: nachts um 3 Uhr wurden wir in Roseau abgeholt und - wieder getrennt von unserem Gepäck - zum Flughafen gekarrt. Ich sicherte mir sogleich einen Platz in der ersten Reihe des Fliegers, vor den Propellern, da ich den Sonnenaufgang fotografieren wollte.

Der ältere französische Pilot kam herein und wunderte sich über die fröhliche deutsche Gruppe. Wir erzählten ihm von unserer Reise und nach kurzer Rücksprache mit dem jungen Co-Piloten lud er eine Person ins Cockpit ein. Als inoffizielle Fotografin der Gruppe schickten sie mich vor; ich dachte zunächst ich dürfe nur kurz vor dem Start ein paar Fotos schießen - doch nein! Der Pilot schloss hinter mir die Tür, klappte den Notsitz herunter und zeigte mir den Anschnallgurt. So verbrachte ich den folgenden 20minütigen Flug samt Sonnenaufgang im Cockpit.

Das ist ein Flug, den ich nie vergessen werde!

 

Da wir bis zum Abflug von Guadeloupe 12 Stunden Zeit hatten, verbrachten wir den Tag mit seeligem Nichtstun im "La Créole Beach". Endlich Zeit zum schlafen, am Strand liegen, baden, erneut leckeres Essen genießen,... (und natürlich Planteur!)

Ich danke der RTK Deutschland, dass ich an dieser tollen Info-Reise teilnehmen durfte. Außerdem ein großes Dankeschön an diese wundervolle Gruppe! Es hat großen Spaß gemacht mit Euch Guadeloupe und Dominica zu entdecken!